
Mùa Hè: Warum dieser Vietnam-Kaffee gerade alle überrascht
Vietnam. Bei Kaffee denken die meisten an Robusta, an Instant, an Kondensmilch. An das Klischee vom billigen Massenprodukt. Dieser Kaffee hier macht damit kurzen Prozess.
Unser Mùa Hè – das bedeutet auf Vietnamesisch einfach "Sommer" – ist das Gegenteil von allem was du über vietnamesischen Kaffee zu wissen glaubst. Anaerob fermentiert, natural aufbereitet, mit Noten von grünem Tee, Mandarine und Milchschokolade. Ein Kaffee der Fragen stellt. Gute Fragen.
Vietnam und Kaffee – ein kompliziertes Verhältnis
Vietnam ist der zweitgrößte Kaffeeproduzent der Welt. Das weiß fast jeder. Was die wenigsten wissen: Der überwiegende Teil dieser Produktion ist Robusta für den Massenmarkt – Instantkaffee, Industriemischungen, das Gegenteil von dem was wir rösten.
Aber in den Höhenlagen des Landes, besonders im Zentralhochland, passiert seit einigen Jahren etwas anderes. Kleine Betriebe entdecken Arabica-Anbau, experimentieren mit Aufbereitungsmethoden, produzieren Kaffees die international aufhorchen lassen. Vietnam wird zur aufregendsten Frontier im Specialty Coffee – und das 2026 ist kein Geheimtipp mehr, sondern anerkannte Realität in der Kaffee-Szene.
Was macht den Mùa Hè so besonders?
Zwei Dinge: die Aufbereitung und der Ursprung.
Anaerobe Fermentierung
"Anaerob" bedeutet: ohne Sauerstoff. Die Kaffeekirschen fermentieren in verschlossenen Tanks, ohne Luftzufuhr. Das kontrolliert den Fermentationsprozess präzise – und erzeugt Aromen die bei normaler Aufbereitung nie entstehen würden. Grüner Tee, Mandarine, florale Noten – das sind keine Zusatzstoffe, das ist reine Fermentationsmagie.
Co-Ferments und anaerobe Aufbereitungen sind der größte Trend im Specialty Coffee 2026. Wer Kaffee ernst nimmt, hat diesen Begriff dieses Jahr schon mehrfach gehört. Beim Mùa Hè kannst du ihn in der Tasse erleben.
Natural Processing
Zusätzlich zur anaeroben Fermentation wird der Mùa Hè natural aufbereitet – die Kirsche trocknet vollständig in der Sonne. Das gibt dem Kaffee seine natürliche Süße und den vollen Körper. Milchschokolade, Karamell, Orange kommen aus dieser Kombination.
Wie schmeckt er wirklich?
Wir haben ihn auf verschiedene Arten getestet – und jede überrascht auf ihre Art:
Als Filterkaffee (Handfilter oder Chemex)
Hier zeigt er seine komplexeste Seite. Beim ersten Schluck: grüner Tee und Kaffeeblüte. Im Mittelteil: Mandarine, Orange. Im Abgang: Milchschokolade, lang anhaltend und sänftig. Wer das das erste Mal trinkt, schaut auf die Tasse und fragt sich ob da wirklich nur Kaffee drin ist.
Als Cold Brew
Der Sommertipp schlechthin. Die floralen und fruchtigen Noten kommen im Cold Brew noch klarer raus, die Milchschokoladen-Süße bleibt vollständig erhalten. 80 g auf 800 ml kaltes Wasser, 16 Stunden Kühlschrank. Wenn du den Goat Story Cold Brewer hast, ist das in 2 Minuten angesetzt.
Als Espresso
Experimentell, aber spannend. Als heller Espresso zeigt er Noten von Zitrus und Milchschokolade. Nichts für klassische Espresso-Puristen – aber für alle die gerne explorieren, ein echtes Erlebnis.
Mùa Hè bedeutet Sommer – der Name ist Programm
Wir haben diesen Kaffee nicht zufällig "Sommer" genannt. Die Frische, die Leichtigkeit, die fruchtigen Noten – das passt zu warmen Abenden, zu Eis im Glas, zu langen Tagen. Er ist unser Statement-Kaffee für den Sommer 2026: unkonventionell, neugierig, anders.
Wer noch mehr fruchtige Sommer-Kaffees entdecken möchte: Unser Sommerkaffee Ruanda Muhondo ergänzt den Mùa Hè perfekt – gemeinsam ein faszinierendes Paar aus zwei komplett unterschiedlichen Kontinenten.
Zubereitung: So holst du das Beste raus
Handfilter (empfohlen)
- 15 g Kaffee, Mahlgrad: mittel-fein
- 250 ml Wasser bei 90–92°C (etwas kühler als normal, damit die floralen Noten nicht verbrennen)
- 30 Sekunden Vorbedämpfen – nicht überspringen
- Gesamtzeit: 2:45 – 3:15 Minuten
French Press
- 15 g Kaffee grob gemahlen, 250 ml Wasser bei 90°C
- 4 Minuten ziehen lassen, dann langsam drücken
- Etwas vollmundiger als der Handfilter – die Schokoladen-Note kommt stärker raus
Cold Brew
- 80 g grob gemahlen, 800 ml kaltes Wasser
- 16–20 Stunden Kühlschrank
- Ergibt ca. 600 ml – hält sich 2 Wochen
Weiteres Zubehör für die perfekte Zubereitung findest du in unserem Zubehör-Sortiment.
FAQ: Vietnam Specialty Coffee
Was ist anaerob fermentierter Kaffee?
Bei anaerober Fermentation werden die Kaffeekirschen in luftdicht verschlossenen Tanks fermentiert – ohne Sauerstoff. Das erzeugt intensive, ungewöhnliche Aromen (Früchte, Tee, florale Noten) die bei normaler Aufbereitung nicht entstehen. Es ist eine der aufregendsten Aufbereitungsmethoden im Specialty Coffee 2026.
Ist Vietnam Kaffee immer Robusta?
Nein. Vietnam ist zwar der weltgrößte Robusta-Produzent, aber im Zentralhochland wächst auch hochwertiger Arabica. Specialty Coffee Röstereien wie wir arbeiten gezielt mit diesen Micro-Produzenten – das Ergebnis ist das Gegenteil vom Billig-Robusta-Klischee.
Für welche Zubereitung eignet sich der Mùa Hè am besten?
Handfilter und Cold Brew – dort kommen die floralen und fruchtigen Noten am klarsten zur Geltung. Als Cold Brew im Sommer ist er absolut außergewöhnlich. Als Espresso eher für Experimentierfreudige.
Was bedeutet Mùa Hè?
Mùa Hè bedeutet auf Vietnamesisch "Sommer". Der Name ist Programm: frisch, lebendig, fruchtig – ein Kaffee der zu warmen Tagen passt.
Entdecke Vietnam neu – in deiner Tasse
Der Mùa Hè ist kein Kaffee für jeden Tag. Er ist ein Kaffee für die Momente in denen du bewusst trinkst, neugierig bist, überrascht werden willst.
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